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"Volkskultur im Gebiet von Gliwice während der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert"
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Tischler- und ZimmermannswerkstattHolzverarbeitende Werkstätten waren sehr verbreitet. Zimmermänner und Tischler bauten Häuser, fertigten Werkzeuge, Möbel und kleine Geräte für den alltäglichen Gebrauch. Das wichtigste Arbeitsgerät war der Arbeitstisch des Tischlers. Auf ihm und an den Wänden sind Werkzeuge zu sehen: Hobel, Schraubstöcke, Punzen, Tischlerbeitel, Bohrer und Bohrmaschinen, Zirkel und Sägen. In der Mitte steht ein Holzblock des Zimmermanns, darauf Schnitzmesser. SchumacherwerkstattDie Ausstattung der Schumacherwerkstatt stammt von Jan Ciesloc aus So¶nicowice (Kieferstädtel) und Adam Strugula aus Gliwice (Gleiwitz). Die Schusterei entwickelte sich hauptsächlich in den Städten und Kleinstädten der Region. Meistens waren die Werkstätten sehr klein. Hauptgegenstände waren: Schusterschemel und ein Tisch, auf den man die Werkzeuge legte wie Hämmer, Feilen und Messer. Außerdem sind ausgestellt: Ständer und Dreifuß, Schuhleisten und Schuhmacherahlen. FlechtereiFür die Herstellung von Körben war keine eigene Werkstatt erforderlich, und man brauchte auch keine besondere Qualifikation. Im Winter wurden Körbe für den eigenen Gebrauch geflochten. Die hauptsächlichen Rohstoffe waren Flechtweide, Stroh, Birkenrinde und Wurzeln. In der Ausstellung sind große und kleine Körbe zu sehen, die zum Tragen oder zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, zum Brotbacken und als Behälter kleiner Gegenstände dienten. Die einzelnen Schritte zur Herstellung eines Korbes werden anschaulich dargestellt. Saal IVDie Industrieentwicklung im 19. Jahrhundert brachte es mit sich, daß die Dorfbevölkerung zunehmend Arbeit in der Stadt aufnahm. Durch diesen städtischen Einfluß veränderte sich die Einrichtung der Innenräume und hatte zur Folge, daß sich Arbeiterwohnungen und Dorfhäuser ähnelten. Die in der Ausstellung eingerichtete Küche mit dem in Schlesien charakteristischen Küchenschrank (byfyj = Büfett) wurde im Jahr 1925 gekauft. Auf den Möbeln befinden sich folgende Küchengeräte: Kaffeemühle, Mörser, Waage, Töpfchen, Teller, Bügeleisen, darunter ein Bügeleisen für Spitzenstickerei. In der Mitte stehen ein Schaukelpferd, auf der linken Seite eine Waschmaschine, ein Mangelbrett und eine Buttermaschine. In der Stube sehen wir ein im Jahr 1914 zur Vermählung der Eheleute Pogorzelski in Gliwice (Gleiwitz) gekauftes komplettes Wohnzimmer. Links an der Wand hängt ein Andenken an die Vermählung, auf dem Schränkchen (wertiko = Vertiko) stehen Familienfotos, eine Mutter Gottes-Figur, ein Fläschchen für Weihwasser und ein kleines Kreuzbild in einer Flasche. An herausgehobenen Stellen hängen Bilder, Öldrucke und ein Kruzifix. Saal VEin eigener Teil der Ausstellung widmet sich der traditionellen Volkskunst und den Trachten. In der Mitte präsentieren wir Holzskulpturen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Diese stammen aus dem südlichen Teil Polens (Schlesien, Malopolska), wo sie sich in Kapellen und Dorfkirchen befanden. In der Volkskunst war bei den Skulpturen das Motiv "Trauernder Jesus" und "Kreuzigung" sehr verbreitet und - nur im südlichen Teil Polens - "Jesus fällt unter dem Kreuz". Außerdem wurden Heiligenfiguren - vor allem die Mutter Gottes, oft als "Pieta" - und die in Schlesien sehr beliebten Heiligen Jan Nepomuk, Florian und Barbara dargestellt. Die in der Ausstellung gezeigten Bilder stammen aus Ober- und Niederschlesien. Gekauft wurden sie meistens auf Wallfahrten oder bei Ablässen. In den Dorfhäusern hingen sie in der sogenannten "heiligen Ecke". Beachtenswert sind auf Glas gemalte Bilder aus dem 18. Und 19. Jahrhundert (obere Reihe) und Reliquiare. In der Vitrine sind schlesische Trachten aus der Region Gliwice (Gleiwitz) ausgestellt. Links sieht man eine Brauttracht. Die Frau war zur Trauung traditionell schwarz gekleidet (nur die Schürze war hell). Abends zum Fest trug die Braut eine helle Tracht. Die Andenken an die Trauung, der Kranz und ein Myrtenstrauß, wurden hinter Glas gerahmt. Zum Hochzeitsjubiläum kaufte man entsprechend ein silbernes und ein goldenes Hochzeitsandenken. Daneben sind Tücher und Frauenhauben mit bunten Bändern ausgelegt. Rechts findet man die Volkstracht der Männer, die schon in der Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert zurückging. Die Trachten der verheirateten Frauen für Herbst und Sommer werden heute noch von älteren Frauen in der Umgebung von Gliwice getragen. Die in der Ausstellung gezeigten Exponate und Fotografien stammen aus der Sammlung des Museums in Gliwice. |
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